Kwik Camo Tarnüberwurf

Der Tarnüberwurf Kwik Camo wurde in einer aus gleichem Stoff bestehenden Tasche mit Hüftgurt und Kunstoff Klickverschluß geliefert. Nach dem auspacken, stellte ich erst mal sehr zur Verwunderung meiner Frau das Stativ im Wohnzimmer auf und warf den Überzug darüber. Das Material ist sehr weich und angenehm auf der Haut, ein rascheln durch Bewegung oder Windeinwirkung ist damit völlig ausgeschlossen. Negativ stellte ich aber gleich fest das der Klettverschluß der den Stoff am Objektiv hinter der Sonnenblende fixieren sollte zu kurz war. Ich hatte ein Sigma 50-500 angeschlossen. Für ein dickes Objektiv mit 4.0 Lichtstärke wäre der Klettverschluß sicher ausreichend gewesen. Wie auch immer - ich nähte noch ca. 10cm Klettband an die Kante zur Verlängerung des bestehenden Klettbandes in 5 Minuten dran. Es ist wichtig das der Stoff fest am Objektiv fixiert wird, damit ein frontaler Windstoß den leichten Stoff  nicht bis zur Kamera zurückweht.

 

Mein erster Ansitz mit dem Kwik Camo Tarnüberwurf Advantage MAX4 war an einem noch sehr grünen Maisfeld vor einer Lichtung an welchem ich Bussarde fotografieren wollte. Ich nahm nur einen Hocker, Stativ und die Kamera mit. Da ich den Mais nicht zerbrechen wollte plazierte ich mich in einem schmalen Stück wo zwei Pflanzen fehlte. Gerade groß genug für Stativ, Hocker und mich. Nachdem ich das Stativ aufgebaut hatte, warf ich den Camo Überwurf über das Stativ. Ich schloß  das Klettband um das Objektiv herum (direkt hinter der Sonnenblende) und auch vor den Stativbeinen. Da es ein sitzender Ansitz war lag der Stoff vor dem Stativ noch ca. 50cm auf der Erde. Nachdem ich mich selber auch unter dem Tarnüberwurf plaziert hatte, korrigierte ich von innen noch den Sitz des Überwurfes. Eine kleine Rundung ist im Material ausgelassen, in welcher man seinen Kopf plazieren sollte. Das eingearbeite Fenster besteht aus einem groben festen Fliegennetz in einem grünen Farbton. Auf der Oberseite des Fliegennetz ist ein Reißverschluss eingearbeitet. So kann man dort auch mal öffnen um mit dem Fernglas zu spähen oder auch wenn nötig mal eine Zigarette zu rauchen. An der rechten und linken Seite des Überwurfes sind zwei Öffnungen eingearbeitet, damit man auch mal mit den Armen nach Außen greifen kann. Auch diese Öffnungen lassen sich mit Klettverschluß schließen.

In der Regel sitzt man mit dem Kopf so ca. 30-35cm von der Kamera entfernt. Beugt man sich dann nach vorne um durch den Sucher das Motiv anzuvisieren, fällt das Fliegennetz zwischen Kamera und Gesicht. So muss man sich erst mal angewöhnen vor dem vorbeugen mit beiden Händen das Fliegennetz vorsichtig über die Kamera zu heben. Das ist ein wenig kniffelig, zumal man bei dem aufnehmen von Naturfotos immer recht schnell sein muss. Ich benutze bei der Fotografie einen Videoneiger von Manfrotto. Der lange Verstellhebel des Stativkopfes verhakelt sich oft im Material des Überwurfes. Der wird zukünftig von mir vor dem benutzen abgeschraubt. Das schwenken der Kamera um das Motiv zu verfolgen läuft genauso gut wie auch ohne Überwurf. Auch habe ich festgestellt das die Tiere auch nichts von den Schwenks mitbekommen. Da es natürlich unter dem Überwurf relativ dunkel ist sollte das bedienen der Kamera und das finden der Einstellknöpfe geübt werden. Doch ist das blinde bedienen der Kamera für einen engagierten Naturfotograf sowieso Pflicht.


Für das gleiche Geld bekommt man natürlich schon ein komplettes Tarnzelt. Doch durch das geringe Gewicht und die kleinen Packmaße ist der Kwik Camo Tarnüberwurf ein tolles Tool welches man immer dabei haben kann. Die geringe benötigte Aufstellfläche ist ein großer Vorteil in ungünstigen Geländen. Die Ergebnisse werden genauso gut oder auch schlecht wie in einem richtigen Tarnzelt. Der einzige Nachteil den man mit so einem Überwurf hat ist die eingeschränkte Bewegungsfreiheit gegenüber einem Tarnzelt. Jedoch kann man mit so einem Überwurf bei überraschenden Situation, wie sie bei der Naturfotografie öfter mal vorkommen, schnell mal in den Tarnmodus gehen. Ich werde das Kwik Camo zum sondieren neuer Fotolocation nutzen. Also beim Wandern durch die Natur mal eben in den "Tarnmodus" gehen, warten und schauen ob dort vielversprechende Motive auftauchen. Persönlich finde ich das Geld für dieses doch relativ hochwertige Produkt gut angelegt.

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