Das Sigma 150-600 F5-6,3 DG OS HSM Sports

 

Nun besitze ich seit Ende Juli 2015 das neue Sigma 150-600 F5-6,3 DG OS HSM in der "Sport" Variante und ich finde es jetzt an der Zeit meine Erfahrungen mit diesen hochwertigen Supertelezoom zu teilen. Viele Jahre war ich mit dem sogenannten "Bigma" Teleobjetiv von Sigma sehr zufrieden. Jenem Objektiv fehlten aber die Entscheidenden 100mm Brennweite um die 600mm zu erreichen und auch ein Bildstabilisator war dort nicht verbaut. Ein weiteres Manko war auch die Treffsicherheit/relativ hoher Ausschuß bei Flugaufnahmen von Vögeln.

 


Sigma1Sigma 50-600mm Sports an der Canon 7DAls das Tamron 150-600mm auf dem Markt kam, hatte ich es bei einer Exkursion in Südspanien dabei. Tolles Objektiv, sehr leicht  aber bei 600mm etwas in der Schärfe abfallend. Auch bei den Flugaufnahmen war ich nicht so richtig überzeugt. Dann kamen Berichte ins Netz von dem neuen Sigma Supertele in der hochwertigen "Sports-Variante". Also schlug ich zu und kaufte mir dazu passend den neuen Sigma 1,4x Converter und die Docking Station von Sigma.
Als es ankam war ich schon erst mal überrascht von dem großen Gewicht dieses Boliden. Aber die Freude über die richtig tolle Haptik und Verarbeitung machte dieses Manko gleich wieder wett. Zusammen mit der Canon Eos 7D (incl.Akku) wiegt das Paket 4,2 Kg. Das ist schon eine Hausnummer aber für mich als relativ sportlichen Mann gerade noch so für Freihandaufnahmen tauglich. Ich war es jedoch gewohnt immer ein Stativ mitzunehmen. Nicht alleine aus Bequemlichkeit sondern auch weil man sich beim komponieren der Fotos mehr Mühe gibt als wenn man nur aus der Hand schnell fotografiert.

Jedoch ist man als Naturfotograf oft gezwungen auch aus der Hand Aufnahmen zu machen. Ich z.B. habe beim Fußweg zum Tarnzelt oder der Fotolocation immer eine Kamera in der Hand. Schließlich wird man doch sehr schnell von Tieren überrascht die plötzlich vor einem auftauchen. Da ist es dann wieder entscheidend das der Bildstabilsator gut arbeitet. Und verdammt das tut der "Stabi" von diesem Objektiv wirklich. Sehr schnell gleicht er die Verwacklungen aus und bringt mir immer mindestens eine Blendenstufe mehr.

Sigma2

Oben hatte ich bereits erwähnt das ich mir das Sigma Objektiv-Dock dazu gekauft hatte. Dieses Tool wird am Bajonet des Objektives angeschlossen und mit einem USB-Kabel zum Comupter Das Sigma auf 600mm ausgezoomtverbunden. Eine mitgelieferte Software ermöglicht es nun die Schärfe im Objektiv bei jedem Brennweitenbereich an seiner Kamera anzupassen. Damit spart man sich den Gang zu einem Service-Point um Kamera und Objektiv zu justieren. Do it yourself! Ich hatte vorher im Garten aufwendig viele Testfotos geschossen um mit der Software noch das letzte Quentchen Schärfe aus dem Super-Tele zu holen. Am Ende stellte ich aber fest das die Voreinstellungen im Auslieferungszustand schon prima zu meiner Ausrüstung passten. Auch bei 600mm Brennweite und Offenblende war nicht mehr drin als in den Werkseinstellungen. Egal - Mit der Software kann man noch andere Hilfreiche Einstellungen vornehmen welche einem die Arbeit beim Fotografieren erleichtern. Ganz praktisch finde ich die Belegung der beiden "Custom-Schalter" und die Einstellung der AF-Geschwindigkeit.

Als grosses Manko des Sigma 150-600 Sports empfinde ich den mitgelieferten Stativfuss. Im Verhältniss zur Größe des Objektives viel zu klein gewählt. Erst mal ist der Abstand zwischen Fuß und Objektiv so gering das man als Durchschnittsmann mit dem Fingern kaum dazwischen kommt. Auch viel zu kurz geraten. Opisch überhaupt nicht passend zum Rest des Objektives. Mir ging die schlechte Tragbarkeit so auf die Nerven, das ich gezwungen war mir die als Zubehör erhältlichen Stativfschelle TS-81 zu kaufen. Diese war nun doppelt so lang und vergößerten den Abstand zwischen Linse und Fuß um exakt die Höhe meiner Kamerakkus (Siehe Bild).
Eigentlich hätte bei der Preis- und Qualitätsklasse die bessere Stativschelle schon mitglefiert werden sollen. Übrigens braucht man bei dieser auch keinen Adapter zum Stativkopf mehr unterschrauben, wenn die Aufnahme des Kopfes schon im Arca Swiss System arbeitet. Wäre schön wenn die Hersteller bei ihren Topprodukten von vorneherein mit den nötigen Zubehör ausliefern auch wenn dann der preis etwas höher ausfällt.
Einen weiteren Vorteil bietet der Stativfuss durch seine doppelte Länge, dadurch lässt es sich bei Freihandaufnahmen wesentlich ausgewogener halten oder auch auf Mauern, Brüstungen und Autotüren auflegen. Für mich ist die TS-81 ein "Must have".

Sigma4Vergleich StativfüßeUm einmal ein zu visualisieren wie gewaltig das Sigma 50- 600 ist habe ich auf diesem Bild mein altes Sigma 50-500mm davor gelegt. Schon das war keine kleine Linse, sprachen mich doch schon damit die Passanten verwundert an.
Ein Grund für diesen Beitrag war auch das mich viele Leute über die Qualität des Sigma Superzooms befragten. Darunter waren auch einige Frauen. Die Fa. Sigma wird mich jetzt verfluchen aber ich habe den Damen von einem Kauf der Sports-Version abgeraten. Der Grund ist nur das hohe Gewicht welches für untrainierte Frauen ganz sicher zu hoch ist. Ich weiß aus Erfahrung das die meisten Naturfotografinnen mit leichten Objektiven unterwegs sind. Meist sieht man die Damen mit dem Canon 100-400mm oder mit dem Tamron 150-600mm. Es gibt natürlich auch das etwas günstigere Sigma 150-600mm in der Contemporary-Version. Jenes wiegt fast ein Kg weniger aber über dessen Vor- und Nachteile kann ich nichts berichten da ich es noch nie benutzt habe.

Die Sonnenblende an der Sportsversion ist komplett aus Metall und wird mit einer Schraube am Objektiv befestigt. Dieses funktioniert sehr gut und ist ähnlich wie bei den großen Canon L - Objektiven gelöst.

Jetzt mal zur Bildqualität: Klasse, Klasse einfach nur Klasse. Natürliche Farbwiedergabe, ein schönes Bokeh und bis 600mm durchgängig schöne Schärfe. Bei 600mm mit Offenblende (F6.3) nicht ganz so scharf wie darunter aber immer noch als Scharf zu bezeichnen. Ein leichtes nachschärfen in der Bildbearbeitung bei Fotos mit dieser Brennweiten und Blendenkombination und alles ist gut. Eine Blendenstufe abgeblendet und auch bei 600mm ist es knackig scharf. Im mittleren und kurzen Brennweitenbereich musste ich sogar schon einige male die Schärfe in der Bildbearbeitung zurücknehmen. Ein weiches Tierfell sieht eben nicht mehr ganz so kuschelig weich aus wenn es zu scharf abgebildet ist. Auch hier gilt das das die 3-4x so teuren Festbrennweiten von z.B. Canon da noch mehr bringen aber wir reden hier ja über ein Zoomobjektiv und bis zu diesem Brennweitenbereich ist es sicher das beste was man für dieses Geld kaufen kann.

Sigma3

Fazit: Ich könnte hier jetzt noch einige Fotos anfügen welche die Schärfe demonstrieren können, doch ganz ehrlich... in jeder für das Internet verkleinerten Darstellung sehen Bilder schärfer aus Sigma 50-500 vs Sigma 150-600als möglicherweise im Original. Hierzu gibt es im Netz auch reichlich Bildmaterial. Für mich ist die Beurteilung einer Bildqualität keine Sache von stundenlangen studieren von Charts und Tabellen. Ich verlasse mich dabei auf mein Auge am realen Bild. Und das hat mich bei dem Sigma 50-600 Sports voll überzeugt. Hoffentlich konnte ich dem einen oder anderen mit diesem Artikel eine Entscheidungshilfe geben!

  • Bernd Wolter

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    Heute wurde ich angeschrieben ob ich die 7D bei allen meinen Fotos hier benutzt habe und ob ich das Tamron oder Sigma bevorzuge. Eindeutig das Sigma. Es hat ein paar Vorzüge gegenüber dem Tamron. Das etwas höhere Gewicht macht mir nichts aus. Die Bilder auf dieser Homepage sind bis Dato alle mit der Canon 7D gemacht. Da ich aber schon sehr lange Naturfotografie betreibe werden die Modelle in den Jahren wechseln. Auch ältere Bilder werden hier auftauchen wo die Kameras schon gar nicht mehr existieren.
    Eine Empfehlung für eine Kamera in der Wildtierfotografie ist klar die 7DM2;)

  • Holger Beier

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    Du hast den 1,4x-Extender erwähnt, mich würde interessieren, ob bei diesem, und auch beim 2x-er, auch die von Canon der AF noch funktioniert? Ich besitze eine EOS 5D Mk II und den 1.Extender 2x von Canon und wollte mir eigentlich das EF 400mm f1:2,8 zulegen, ist für mich aber wirklich sehr viel Geld. ich fotografiere vorwiegend Vögel, Tiere und Wassersport. Und da muß Alles sitzen, vor Allem der AF bei langen Brennweiten um die von mir angestrebten 1000mm. MF, sorry, aber der dauert viel zu lange. Wie wäre dein Rat? MfG. Holger

  • Bernd Wolter

    Als Antwort auf: Holger Beier Melden

    Hallo Holger Beier, Sorry konnte nicht früher antworten!
    An der 7D funktioniert der Autofokus nicht. Ist dann eher für Vögel geeignet welche still sitzen
    (Bussard auf Pfahl, Graureiher....), dann lässt sich in Ruhe manuell fokussieren. An Lichtstarken Linsen
    wie dem 2.8/400 wird der Extender mit Autofokus sicher funktionieren.
    Mein Rat: Nichts ist durch die Nähe zum Motiv zu ersetzen. Tarnen, Verstecken und auf die Tiere warten!
    Dann reichen auch oft 400mm satt aus.
    Auch mit 1000mm Brennweite wird man nie zufrieden sein. Luftflimmern und die Entfernung lassen sich
    nicht wegkaufen.

    Gruß Bernd

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