Robben auf Helgoland

Robbe im Sandsturm

Robben auf Helgoland. Ein großer Traum von mir war es schon sehr lange einmal die Robbenkolonie auf der vor Helgoland vorgelagerten Düneninsel mit der Kamera aufzusuchen. Jetzt im September 2015 stand nun erstmals ein Besuch auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland an. Der erste Tag war noch für den Besuch bei den Basstölpeln auf dem Oberland der Hauptinsel reserviert. Am zweiten Tag ging es aber mit der Dünenfähre vom Helgoländer Hafen in nur 10 Minuten rüber zur "Düne".  Die Fähren fahren im halbstunden Rhytmus und im günstigen Preis von 5 Euro sind Hin- und Rückfahrt inbegriffen. Je nach Wind und Wetter kann es da auch schon ein wenig auf dem Wasser schaukeln. Doch da die Überfahrt sehr schnell geht, hat man für aufsteigende Übelkeit keinerlei Zeit.

Schon auf der Fähre wird man eindrücklich darauf hingewiesen unbedingt einen Sicherheitsabstand von 30m zu den Robben einzuhalten. Schließlich sind die Robben unsere größten heimischen Raubtiere und können evtl. auch dem Menschen gefährlich werden wenn sie sich z.B. zwischen der Mutter und dem Jungtier aufhalten. Auch kann es sein das die Robben aus Neugier auf einem zu "robben". Dann sollte man zurückweichen und die 30m wieder herstellen.Desweiteren stehen auf der Düne überall Schilder die auf den Sicherheitsabstand hinweisen. Wie leider so oft achten viele Touristen nicht auf diese Regel und gehen leider sehr dicht an den Robben vorbei und verursachen Unruhe bei den Tieren.

Angekommen auf der Insel ist man erst mal überrascht von den langen und breiten schneeweißen und sauberen Stränden. Überall grenzen natürliche und teilweise mit Dünengras bewachsene Sanddünen den Strand vom Inland ab. Auf der Düne kann man auch kleine Häusschen für den Urlaub mieten. Ein Flugplatz für einmotorige Propellermaschine sorgt für das anbringen und abfliegen von Touristen welche nicht so hochseetüchtig sind oder einfach nur die geringe Flugzeit von 20 Minuten schätzen. Übrigens liegen die Robben auch ausgerechnet an dem Strand welcher auch das Ende der Landebahn markiert. So sieht man die kleinen Flugzeuge bei der Landung schon mal nur wenige Meter über die Robben fliegen. Den Tieren macht es nichts aus, sie haben sich schon lange daran gewöhnt. Da ich schon vor dem Besuch von der vorgeschriebene Abstandshaltung von 30m zu den Robben wusste hatte ich Objektivbrennweiten von bis zu 600mm im Gepäck. So konnte ich mich in ausreichender Entfernung zu den Tieren plazieren. Sicherlich haben sie mich auch gesehen und ab und zu mal hochgeschaut aber sie waren sehr entspannt. Den Tag gab es zwar ausreichend viel Sonne und wenig Wolken aber der starke Wind blies einem die feinen weißen Sandkörner ständig um die Ohren. Das Objektiv und die Kamera hat ich mit einer Abdeckung geschützt um zu vermeiden das Sand in die Mechanik gelangt. Obwohl meine Ausrüstung laut Hersteller Staub und Wasserdicht sein sollte wollte ich dennoch kein Risiko eingehen. Den Staub vom Strand fand ich tagelang später noch in den Taschen und Ritzen meiner Kleidung.


Nun beobachtete und fotografierte ich die Tiere von Morgens bis Abends. Nur einmal unterbrach ich dies super interessante Fotosession um im Restaurant vom Inselflughafen etwas zu essen und zu trinken. Das war dann auch die Gelegenheit einmal das innere der kleinen Insel kennen zu lernen. Es gibt sogar einen kleinen Teich auf der Düne wo sich noch andere Wasservögel aufhalten. Am Strand bei den Seehunden und Kegelrobben liefen ganz ruhig die Nebelkrähen zwischen den vielen Leibern der Tiere herum und pickten sich wer weiss was aus dem Sand.
Fazit: Nirgendwo sonst in Europa kann man den Seehunden und Kegelrobben, die zur Familie der Hundsrobben gehören so nahe kommen. Für Naturfotografen und für mich ein absoluter Traum. Ich werde dort im nächsten Jahr wieder hinfahren. Die Fotos welche ich dort aufgenommen habe gehören zu den besten die ich je gemacht habe!

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